20. Januar – 8. März 2012
Ulrike Bolenz
„Groupe noir et blanc“
»Acrylglasarbeiten«
Ulrike Bolenz entwickelt seit Jahren eine Technik, die untrennbar mit ihren Themen und Motiven verbunden ist.
Fotografie auf Plexiglas, ein Spiel mit Transparenz, Kontrasten, Schatten und Licht, übermalt mit Acrylfarben oder Kohlestift.
Akte oder Gruppen, männlich oder weiblich, frontal, unpathetisch, keine Mimik oder Gesten. Das Ganze ergibt Figurationen, Bilder von Bildern, geschichtete sich überlappende Silhouetten.
Ulrike Bolenz, in Marburg geboren, studierte an der Hochschule für Bildende Künste Kassel und lebt und arbeitet in Brüssel/Belgien.
Hans Schohl
„Himmelsmechanik und Höllenmaschine“
»Kinetische Objekte und Holzschnitte«
„Die Himmelsmechaniken, Globen, Planeten oder Monde aus Draht, beschreiben, von einem Motor getrieben, Fragmente gegenläufiger Kreise oder Ellipsen und werfen, angestrahlt, ihre Schatten auf eine Oberfläche, auf der sie ein nach unbekannten Regeln ablaufendes Spiel darzustellen scheinen. Wohl niemand, der sich einen Rest Erinnerung an die ersten Jahre seines Daseins bewahrt hat, kann sich den ein wenig zittrigen und darum um so rührenderen Spielrhythmen, hervorgerufen von den Teilumläufen dieser Himmelskörper um imaginäre Zentren, entziehen. Aber das Magische, das unleugbar von ihnen ausgeht, wird von einer anderen Kraft konterkariert: Es sind von Strom getriebene Maschinen, Ausgeburten der Technik, die den Betrachter in die Welt nicht nur der eigenen Kindheit geleiten. Man kommt scheinbar erst dann in den Bezirk der Schohlschen Kunstwerke – in die Sphäre der von ihnen ausgehenden eigentümlichen Faszination, wenn man realisiert, dass die großartige Heiterkeit und der spielerische Ernst, die sie wie eine Aura umgeben, sich der Balance dieser ästhetischen Gegenströme verdanken.“ (Max Lorenzen)
Hans Schohl, geb. 1952 in Landstuhl/Pfalz, Studium der Erziehungswissenschaften, Germanistik, Politik, Kunst in Marburg und Kassel, Mitglied der Künstlergruppe Werkstatt Radenhausen, lebt in Anzefahr bei Marburg/Lahn.
16. März – 3. Mai 2012
»Kunst in Marburg 2012«
Die alle zwei Jahre stattfindende Ausstellung „Kunst in Marburg“ soll ein Fenster auf die vielfältige Kunstszene in Marburg und in der Marburger Region öffnen.
In diesem Jahr beginnt der Kunstverein, abweichend von dem bisherigen Verfahren, mit einer neuen Reihe der Präsentation. Eine jeweils wechselnde Auswahlkommission oder Jury wird in Zukunft nur eine begrenzte Anzahl von Künstlerinnen und Künstler zu dieser Ausstellung einladen. Begonnen hat in diesem Jahr der Künstlerische Beirat gemeinsam mit dem Vorstand des Kunstvereins Es wurden 20 Künstler und Künstlerinnen ausgewählt und gebeten, ihre neuen Arbeiten in der Ausstellung „Kunst in Marburg“ vorzustellen.
Eingeladen sind:
Kathrin Brömse, Udo Buffler, Doris Conrads, Christine Dahrendorf, Esther Dorit Fritzsche, Harald Häuser, Ulrich Harder, Ingrid Hermentin, Reinhard Hölker, Erhardt Jakobus Klonk, Eckhardt Kremers, Werner Kriegelstein, Sibylle Markl, Clemens Mitscher, Helmi Ohlhagen, Johannes Schönert, Hans Schohl, Beate Seibel, Horst Vaupel, Frederick Vidal.
11. Mai – 28. Juni 2012
Johannes Grützke
»Malerei, Zeichnung, Pastelle«
Abb.: „Griechenland mahnt das Abendland,
den Giftbecher zu nehmen und auszutrinken“,
2011, Öl auf Leinwand,100 x 100 cm
„Der inzwischen 75 Jahre alte Klassiker der Malerei, der malerischen Erzählung, des malerischen Monuments, ja des Monumentalischen an sich, mit der unauslotbaren gedanklichen Tiefe, malt und zeichnet und modelliert noch immer mit unverminderter Bestimmtheit und kostbarer Gelassenheit.
Seine Vornehmheit ist die Abweisung irgendeiner stilistischen Zugehörigkeit. Seine Einsamkeit ist ungebrochene Größe innerhalb des Gewühls der Zeitgenossen. Sein Schauen führt über alles hinweg und dringt tief in die Tiefen unserer Welt, denn er wurzelt in den tiefsten Tiefen des Bewusstseins unserer Welt.
Johannes Grützke bleibt bei aller Tiefe ungerührt und blickt nur“.
(Hamlet Werther vor einem Bildnis von Johannes Grützke)
13. Juli – 23. August 2012
„Bilderfinden“
»35 Jahre Sommerakademie Marburg«
14 Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland, der Schweiz und Dänemark stellen repräsentativ für die vielfältigen Kurse der Marburger Sommerakademie Ihre Arbeiten vor. Bis auf eine Ausnahme sind es die aktiven Kursleiterinnen und Kursleiter, die Ausnahme ermöglicht ein Wiedersehen mit dem ehemaligen künstlerischen Leiter Manfred Fischer aus Braunschweig.
Die Techniken entsprechen meist denjenigen der Kurse. Es gibt aber auch ein paar Überraschungen, in denen jemand künstlerisch etwas anders arbeitet als in der Lehre.
Es ist von der Zeichnung über die Druckgrafik bis zur Malerei alles vertreten, installative Arbeiten werden ebenso zu sehen sein wie Skulpturen und Objekte aus Ton, Stein, Kunststoff, Holz und Aluminium.
Die teilnehmenden Künstler sind
Susanne Ahrenkiel, Dänemark
Micha Bartsch, Berlin
Andrasz Ernszt, Pecz, Ungarn
Manfred Fischer, Braunschweig
Eckhard Froeschlin, Frankenhardt
Lilian Hasler, Zürich und Mumbay
Philipp Hennevogl, Berlin
Annegret Maria Kon, Bremen
Ana Laibach, Mannheim
Robert Schmidt-Matt, Berlin
Martin Seidemann, Berlin
Emö Simonyi, München
Tina Stolt, Karlsruhe
Ursula Strozynski, Berlin
21. August – 18. Oktober 2012
Thomas Baumgärtel
»Malerei und Sprüharbeiten«
Thomas Baumgärtel ist weitaus mehr als nur ein Maler im klassischen Sinne. Sein intermediales Werk umfasst neben Zeichnungen und Druckgrafik auch Fotocollagen und Editionen, neben Übermalungen von Fotos auch Übersprühungen „Alte Meister“. Er hat sich keineswegs nur mit dem traditionellen Staffeleibild, sondern auch intensiv mit der Wandmalerei im öffentlichen Raum beschäftigt. Die breite Palette seines künstlerischen Schaffens reicht bis in die Aktionskunst und zeigt, wie fließend für ihn die Grenzen zwischen Bildwerk und Aktion sind.
Neben seinen subversiven Sprayaktionen haben seine Performances und Happenings, besonders die mit einer dinosaurierartigen Banane, einer überdimensionalen, auffaltbaren Bananenskulptur auf Rädern, erhebliches Aufsehen erregt. Bis heute wartet die Aktion „Banane im Brandenburger Tor“ in Berlin auf ein Startzeichen.
Thomas Baumgärtel, der bekannteste Sprayer Deutschlands, ist auch unter dem Pseudonym „Bananensprayer“ bekannt. Seine in Pochoir-Technik gesprayten Bananen, mit denen er die interessantesten Kunstorte markiert, sind an den Eingängen von fast 5000 deutschen und ausländischen Kunstmuseen und Galerien zu finden.
26. Oktober – 13. Dezember 2012
„just paper“
Abb.: Silvia Schreiber, „SKYT 1“, 2010,
Papierschnitt, 296 × 450 cm und
„UP TO THE SKY“, 2009, Japanpapier,
je 195 × 50 × 50 cm
Papier als Pulp, handgeschöpft, aus Japan importiert, als Pappe oder Karton oder einfach Papier, weiß, gefärbt oder bedruckt, ist ein eigenständiges und vielfach verwendetes Medium der zeitgenössischen Kunst. Es kann geformt, gewalzt, geschnitten oder gerissen sein.
Angela Glajcar realisiert aus gerissenen, weißen Papieren raumgreifende Skulpturen. Es sind Kuben aus senkrecht hängenden Papieren, deren gerissene Löcher tiefe Höhlen ergeben. An rostige Stahlkonstruktionen erinnern die filigranen Formen der gerissenen Ölpapiere von Tilmann Zahn. Durch Rollen, Falten oder Reißen von bedrucktem „Altpapier“ entstehen die Skulpturen von Valérie Buess. Ihre Formen entstammen einer organischen Welt wie auch die von Alexandra Deutsch. Aus geschöpftem Papier formt sie fragile Objekte von raumgreifender Plastizität, die sie mit flüssiger Beize und schwach gebundenen Farbpigmenten bemalt.
Reinhard Wöllmers gewölbte Hohlkörper bestehen aus durchgefärbtem Papierpulp, der von ihm „planiert“, geformt und geschnitten wurde. Seine Objekte zeichnen sich durch geometrische Exaktheit und reine Farben aus. Wände und Decke besetzen Barbara Isabella Bauer-Heuslers Skulpturen aus Karton, obwohl streng abstrakt und sehr reduziert erinnern ihre Formen an Schwärme von Insekten oder Meerestieren. Hauchfeine Papierschnitte in Form von riesigen schwarzen Schnaken schneidet Esther Glück mit dem Skalpell. Silvia Schreibers überlebensgroße Figuren aus Japanpapier schweben wie schwerelos im Raum. Sie erscheinen als fragile Hüllen, sind monochrom und bewusst reduziert.
In Zusammenarbeit mit Wichtendahl Galerie, Berlin, stellen die folgenden Künstlerinnen und Künstler aus:
Valérie Buess, Marburg; Alexandra Deutsch, Wiesbaden; Angela Glajcar, Nieder-Olm; Esther Glück, Berlin; Barbara Isabella Bauer-Heusler, Marburg; Silvia Schreiber, München; Reinhard Wöllmer, Nürnberg; Tilmann Zahn, Basel
21. Dezember 2012 – 7. Februar 2013
Frank Schult
»Malerei und Grafik«
„Die komplexe Kombinatorik im Werk von Frank Schult mündet in eine wundersame Welt, die zur völligen Freiheit der Rezeption herausfordert. Die Arbeiten evozieren Gedankensprünge, die fern jeglicher Realität das Absonderliche provozieren. Der Kosmos Frank Schults hat sich mit der absurden Inszenierung verbrüdert.“
(Sven Nommensen)
Der Maler und Grafiker Frank Schult lebt und arbeitet in










