15. Januar – 04. März 2010

Jahre 10, 10 Künstler

»Ein Rückblick auf 10 Jahre Gerhard-Jahn-Platz 5«

Der Marburger Kunstverein blickt auf 10 Jahre im Ausstellungshaus am Gerhard-Jahn-Platz zurück und präsentiert aus diesem Anlass 10 ausgewählte Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeiten in den vergangenen 10 Jahren in Marburg gezeigt wurden.

Die Ausstellung ist auch Rückbesinnung auf 57 Jahre Marburger Künstlerkreis – Kunstverein. 1953 fanden erste Ausstellungen in der „Malerstube“ des Gewölbekellers der ehemaligen Stadtsäle in der Gutenbergstraße statt, 1957 erhielt der Kunstverein seine ersten eigenen Ausstellungsräume im Haus Markt 16 in der Altstadt mit der Erweiterung 1984 im Rahmen der Altstadtsanierung. Und 2000 gab es den Neuanfang am Gerhard- Jahn-Platz.

Der Kunstverein zeigt Arbeiten von
Joachim Bandau, Aachen; Aris Kalaizis, Leipzig; Angela Hiß, Köln; Floris M. Neusüss, Kassel; Annette Sauermann, Aachen; Bernd Schwarting, Berlin; Hans Sieverding, Michelstadt/Odenw.; Willi Weiner, Stuttgart; Rainer Wölzl, Wien; Andrea Zaumseil, Berlin.

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12. März 2010 - 22. April 2010

UKE Diekmann

»DIE LEUTE IN ABCHASIEN BEVORZUGEN INTARSIEN«

Installationen / Video

Abb.: Aus der Videoinstallation
„Superhelden“, 2004

UKE Diekmann ist ein im Wortsinn “multi-medialer“ Künstler, der neben den klassischen Genres von Malerei, Zeichnung und Skulptur auch mit Installation und Video arbeitet. Seine Werke bestechen durch Präzision und zeigen einen skurrilen, tiefsinnigen Humor mit bisweilen tragikomischen Akzenten. Das gilt für seine “INTARSIEN“ (mit dem Cutter ausgeschnittene, dann eingefärbte und rückseitig mit Klebefolie fixierte Papierarbeiten), doch insbesondere für die Installation “FLEUROP – Lasst Blumen sprechen“. In aus geschichtetem Holz gefertigten Vasen drehen sich künstliche Blumen, die Monologe über alltägliche Begebenheiten halten. Die Videoarbeiten, oft zusammen mit dem Filmer Christian Appelt realisiert, weisen in absurder Form auf innere Konflikte, gesellschaftliche Prozesse und Widersprüche hin. Neben dokumentarischen Arbeiten verdingt sich UKE Diekmann zuweilen als clownesker Darsteller in seinen eigenen Filmen.

UKE Diekmann, geb. 1954 in Jülich/Rhld, studierte an der Städelschule in Frankfurt a. M. und arbeitet dort als freier Künstler.

Volker Steinbacher

»kopf über – land unter
Welt Auge – Der Weg der Steine«

Abb.: ARES, 2005, Radierung, 54 x 76 cm

„kopf über – land unter“
In den Papierarbeiten und Farbdrucken von Volker Steinbacher erscheint die Landschaft als eigenständiger, freier Gestaltungsprozess, als Dialog von Gestalter und Material. Oben und unten, Innensicht und Außenwelten. Ist das Bild ein Bild der Landschaft oder ein Bild des Künstlers von sich selbst?

„Welt Auge – Der Weg der Steine“
Seit 7 Jahren schicken Volker Steinbacher und der Frankfurter Webdesigner Gerald Wingertszahn Steine auf Reisen. Mit einem aufgemalten Tusche-Auge versehen, erkunden sie die ganze Welt. Sie liegen in (fast) allen Staaten der Erde, auf abgelegenen Inseln, verlassenen Archipelen, in den Polarregionen – und auf der Internationalen Weltraumstation ISS, s.a. www.wegdersteine.de

Volker Steinbacher, geb. 1957 in Neu Isenburg, studierte an der Städelschule in Frankfurt a. M. und lebt und arbeitet in Frankfurt.

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07. Mai - 24. Juni 2010

Thomas Bachler

»Das Auge sieht mit«

Fotografie, Fotogramme, Fotobücher, Camera obscura Bilder

Abb.: Das Auge sieht mit, 2007,
Farbfotografie, 80 x 100 cm

Wie kaum ein anderer Künstler nutzt Thomas Bachler das ganze Spektrum der Fotografie, um die technische bzw. menschliche Wahrnehmung zu hinterfragen. Die daraus resultierenden Bilderserien sind für den Betrachter so tiefsinnig wie vergnüglich zugleich, denn ohne einen im jeweiligen Werk verankerten Witz kommt keine seiner Arbeiten aus. So nutzte er seinen eigenen Körper als Lochkamera, fertigte Fotogramme von fallenden Schusswaffen an, entwarf ein fiktives privates Fotoalbum Adolf Hitlers und arbeitete jüngst die Stasi- Überwachungsfotos künstlerisch auf. Die Zusammenstellung ist die bisher umfangreichste in Deutschland.

Thomas Bachler, geb. 1961, studierte in den 80er Jahren an der Kunstakademie assel. Bekannt wurde er als einer der ersten Künstler, der die Möglichkeiten der Camera obscura intensiv nutzte. Er lebt seit 2003 in Dresden.

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2. Juli - 12. August 2010

Künstlerinnen und Künstler der Region

»Kunst in Marburg 2010«

Abb.: Kunst in Marburg 2008,
Foto: Dieter Haber

Zum festen Programmpunkt im Ausstellungskalender des Marburger Kunstvereins gehört die alle zwei Jahre stattfindende Ausstellung „Kunst in Marburg“. Die Ausstellung bietet Künstlerinnen und Künstlern der Region die Möglichkeit, neue Arbeiten in einer Gruppenausstellung zu zeigen.

Die Ausstellung wird von einer - in ihrer Zusammensetzung alle zwei Jahre wechselnden - Jury begleitet. Die Jury entscheidet über die Teilnahme an der Ausstellung. „Kunst in Marburg“ gibt damit alle zwei Jahre einen guten Überblick über Qualität und Vielfalt der Marburger Kunstszene.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

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20. August - 07. Oktober 2010

Annette Schröter

Papierschnitte

Abb.: „Vor der Stadt“, 2009,
Papierschnitt, Durchmesser 270 cm,
zweiteilig

Die für ihre farbstarken, narrativen Bilder bekannte Leipziger Malerin widmet sich seit 8 Jahren mit zunehmender Intensität einem neuen Medium, dem Papierschnitt. Die vom filigranen, biedermeierlichen Scherenschnitt herkommende zeitgenössische Form der 'geschnittenen Bilder' entfernt sich inhaltlich und formal weit von den tradierten Wurzeln. Verbindendes Element aller Arbeiten ist zunächst einmal die Faszination Annette Schröters für das Lineare und Ornamentale. Mit ihren Motiven verweist sie auf Bildgut, mit dem sie sozialisiert wurde, und begleitet mit dem Cutter gesellschaftliche und damit einhergehende architektonische Veränderungen ihrer sie umgebenden Lebenswelt. So werden Industriebrachen, Abrisshäuser, Graffiti, Firmenlogos großformatig bildwürdig und miteinander verknüpft. Verlassene Areale und gestürzte Denkmäler fallen Wildwuchs anheim. Annette Schröter vergegenwärtigt durch ihre Papierschnitte Vergangenes neu, sie betreibt, handwerklich akribisch, eine poetische Form der Erinnerung, die immer auch biografisch begründet ist.

Klaus Hack

Holzskulpturen und Arbeiten auf Papier

Abb.: „Vogel“,1999/2008,
Pappelholz, weiß gefasst,
154 x 52 x 65 cm (Foto: B. Kuhnert, Berlin)

„Man könnte diese Wesen als Wächterfiguren beschreiben, wozu auch ihre Größe beiträgt. Nicht Aktivität und Mobilität, sondern allein Präsenz, pure Existenz, kraftvolle, zeitlose Würde, ist ihnen eigen. Jede Figur ist eine Komposit - Gestalt, gebildet aus übereinander geschichteten und miteinander verbundenen plastischen Elementen, die, vergleichbar in der Idee ihrer Anlage, in ähnlicher Ausformung in mehreren Werken Verwendung finden. Wichtig bei diesem Formungsprozess ist Klaus Hack die Auflösung von plastischen Gleichwertigkeiten, die Konfrontation unterschiedlicher Werte miteinander, von großen und kleinen Volumina, von blockhaft geschlossenen Elementen und filigran durchbrochenen Formteilen oder von Stauchungen und Überlängungen - ein beständig spannungsvolles Aufbrechen von Harmonien, das den Figuren Dramatik und den Charakter von Wachsamkeit verleiht“.

(Thomas Brand in: Klaus Hack „Schatten fangen“, 2003)

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22. Oktober - 9. Dezember 2010

Ydessa Hendeles

»Marburg! The Early Bird!«

André Kertesz, Untitled
(weather vane & World Trade Center)
Feb. 23, 1972, gelantin, silver print,
25,8 x 20,32 cm

Die international renommierte kanadische Sammlerin und Künstlerin - Kuratorin Ydessa Hendeles, 1948 in Marburg geboren, widmet ihrer Geburtsstadt eine auf die Stadt bezogene Ausstellung.

Werke aus ihrer Sammlung von zeitgenössischer Kunst, Fotografie und von Antiquitäten bilden Marburg! The Early Bird! , eine vielschichtige persönliche Erkundung ihrer Vergangenheit vermittelt durch Vorstellungen der Künstlerin - Kuratorin über die Kulturgeschichte der Stadt.

Dies ist ihre erste deutsche Ausstellung seit ihrer gefeierten Präsentation Partners im Haus der Kunst in München 2003. Die Installation Partners (The Teddy Bear Project) von Ydessa Hendeles war in diese Ausstellung integriert.

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17. Dezember - 3. Februar 2011

Experimentelle 16

»Gruppenausstellung mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern«

Abb : Felix Droese, Aloysius, 2004-2008,
Leinwand, Holzdruck, Reifenabdruck,
Leinöl mit Rußpigment, Öl und Lehm

Die Geschichte der Experimentelle geht bis ins Jahr 1988 zurück, als auf Initiative von Prof. Axel Heil und Titus Koch die erste Ausstellung mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern in der Gemeinde Randegg am Bodensee unter diesem Titel gezeigt wurde. Die breite Zustimmung unter den Künstlern und der Erfolg beim Publikum ließen schnell die Entscheidung reifen, jährlich eine Experimentelle durchzuführen. So wurde die Ausstellung dann in den folgenden Jahren im Schloss Randegg präsentiert, das Otto Dix nach seinem Berufsverbot 1933 zunächst als Zufluchtsort diente.

Seit 1998 findet die Ausstellung in zweijährigem Rhythmus statt. Diese aus der südwestdeutschen Kunstszene nicht mehr wegzudenkende Biennale wird von bekannten Künstlerinnen und Künstlern hoch geschätzt. So sind Werke von Dieter Krieg und Felix Droese - beide waren auf der Documenta in Kassel und der Biennale in Venedig vertreten - aber auch Arbeiten von u.a. Wolf Pehlke, Harald Häuser und Armin Göhringer

Abb.: Joseph Shields,
Waiting room, 1997, Fotografie

Entdeckungen aus dem Ausland wie Abderrazak Sahli aus Tunis, Anabel Quirarte & Jorge Ornelas aus Mexiko oder Joseph Shields aus den USA werden mit ihren Bildern vorgestellt. Die künstlerischen Arbeiten umfassen Plastiken, Malerei, Installationen und Fotografie.

Seit 2002 sind als weitere Ausstellungsorte für die Experimentelle die Schweizer Gemeinde Thayngen und seit 2006 Randegg in Niederösterreich hinzugekommen. Das Besondere an dieser grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ist, dass in den drei Ausstellungsorten zeitgleich nur Teile der Gesamtausstellung gezeigt werden, so dass - nur wer eine Rundreise antritt - die Werke aller Künstlerinnen und Künstler sehen kann. 2010 wird als weiterer Ausstellungsort die Stadtgalerie Markdorf/Baden beteiligt sein.

Die Ausstellung im Marburger Kunstverein zeigt - im Anschluss an die vier genannten Ausstellungsorte - Werke aller der 2010 beteiligten etwa 50 Künstlerinnen und Künstler und gibt damit zugleich einen Einblick auf eine über 20-jährige Entwicklung der Experimentellen.

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